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Sie sind immer der, der Sie sind!

Der typische Konkurrenzkampf unter Kolleginnen und verweigerte Beförderungen sind nur zwei Beweise: Schwierige Beziehungskonstellationen gibt es nicht nur privat, sondern auch beruflich. Besonders vertrackt wird die Situation jedoch, wenn das Private etwa das Berufliche beeinflusst; oder andersherum. Und setzen wir noch einen drauf: Sie merken das noch nicht einmal. Genau zu diesem Fall folgt ein sehr junges Beispiel aus dem echten Leben. Es geht aber nicht nur darum, zu erkennen, was eigentlich schiefläuft und warum. Der Trick ist, auch entsprechend Initiative zu ergreifen: Denn Sie sind, wer Sie sind!

Die Perspektive von außen

Gestern ruft mich ein ehemaliger Studienkollege an, ein sehr erfolgreicher Mann. Unternehmer, tanzt auf allen Bühnen dieser Welt, selten eine Preisverleihung in seiner Branche, die ohne ihn stattfindet. Ein cooler Typ.

Doch was erzählt er mir da – sein letzter beruflicher Coup sei so erfolgreich geworden, dass er jetzt an alle mögliche Medien eine Pressemitteilung aussenden möchte. Eigenartig, dachte ich noch, wieso macht er das selbst? Gibt doch für alles Personal.

„Eigentlich sollte das meine Geschäftsführerin veranlassen, hat sie aber nicht. Und auf meine Nachfrage per Mail reagiert sie nicht“. Noch eigenartiger, die Geschäftsführerin, die er als Firmengründer eingestellt hatte, reagiert nicht auf seine E-Mail. Vielleicht nicht angekommen, im Spamfilter gelandet, war mein erster Gedanke. Man sucht ja schnell mal nach Argumenten, warum gut bezahlte Mitarbeiter nicht reagieren. „Nein, die Mail ist mit Sicherheit angekommen. Ich denke, sie macht das an mir vorbei und stellt sich selbst in der Pressemitteilung in den Vordergrund. Hat sie schon ein paar Mal gemacht.“

Interessant – mein nächster Gedanke: „Eine Frau, die sich in den Vordergrund stellt, das ist ja mal was Neues.“

Ein kurzer Blick genügt

Was wir aus dieser kurzen Sequenz ableiten können:

  1. Nachdem mein Kollege bereits mehrere Erfahrungen solcher Art gemacht hat, können wir davon ausgehen, dass er mit ihr kein klärendes Gespräch geführt hat.
  2. Wir können weiter davon ausgehen, dass die geschäftsführende Kollegin ihre Verhaltensweisen beibehalten wird, sprich: Sich weiter mit fremden Federn schmücken wird.
  3. Wir können vermuten, dass es ein Motiv gibt, warum mein Studienkollege sie nicht zur Rede stellt.
  4. Und wir können vermuten, dass es ein Motiv gibt, warum sie an ihm vorbei agiert.

Dass das keine bloße Vermutungen sind, ist schnell bewiesen.

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Selbstmarketing und Chancen hin oder her: Sie sind, wer Sie sind; und das müssen Sie anerkennen; an Ihnen selbst und bei anderen. (Bild: © lightpoet | fotolia.com)

Was glauben Sie sind die Motive der beiden?

Sie ist blond und mein Studienkollege ist geschieden – er hat eine Schwäche für blonde Frauen und macht sich Hoffnungen auf mehr. Klingt wie aus einem Film, ist aber so. Deshalb scheut er die Konfrontation. Man(n) will sich ja seine Chancen nicht verbauen.

Seine Geschäftsführerin wiederum hat größere Karrierepläne, sie benutzt diese Position als Sprungbrett. Und setzt sich in Szene. Man könnte es auch netter formulieren: Sie beherrscht die Kunst des Eigenmarketings.

Woher ich das weiß?

Ich habe geraten: Eine Frau, die mein Kollege ins Visier genommen hat, kann nur blond sein, eine andere Haarfarbe käme gar nicht infrage. Und woher weiß ich, dass er sie im Blick hat? Schließlich hatte ich ihn danach nicht gefragt und er hat mir mit keinem Wort seine Emotionen dargelegt. Ich wusste es, als er ihren Namen genannt hat. Der Klang der Stimme hatte sich verändert.

Die Lösung des Problems

Welchen Tipp habe ich ihm also gegeben? Ich habe ihm meine Hypothesen dargelegt – einsamer Unternehmer mit Faible für blonde Frauen macht sich Hoffnung auf profilneurotische Geschäftsführerin. Hat ihm nicht gefallen.

Dennoch muss er sich entscheiden: Braucht er eine Geschäftsführerin mit Fachkompetenz und Loyalität oder sucht er eine Frau? Beides wird in dieser Konstellation nicht gehen. Wäre sie an einer Beziehung interessiert, würde sie ihm nicht in den Rücken fallen. Ihre Energie wäre darauf ausgerichtet, ihn in ihre Gasse zu bekommen. Tut sie aber nicht.

Warum Sie immer sind, wer Sie sind

Was will ich damit sagen? Wir alle haben Verhaltensweisen und Persönlichkeitszüge, die sich in verschiedenen Lebenssituationen sehr ähneln. Wir werden immer die sein, die wir sind.

Der Klang der Stimme meines Kollegen verändert sich, wenn er über einen Menschen spricht, dem er zugetan ist. Die profilneurotische Kollegin wird auch auf der nächsten Position ihre Neurose pflegen und eine Bühne zur Selbstinszenierung suchen.

Wenn man die Grundmuster von Menschen und damit ihre wahren Motive erkennt ist, ist es leicht, problematisch wirkende Situationen zu entwirren und damit Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Der Blick von außen kann dabei hilfreich sein. Doch auch, wenn man selbst verwickelt ist, muss niemand blind vor sich hin navigieren. Der Trick ist, diese Muster anzuerkennen und nicht zu verdrängen.

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