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Wenn die nette Kollegin zur schärfsten Konkurrentin wird

Frauen setzen häufig auf berufliche Netzwerke mit Kolleginnen. Doch was passiert, wenn ausgerechnet die nette Kollegin Karriere macht – und zur schlimmsten Feindin wird? Auch wenn es auf den ersten Blick schwer fällt: Selbst wenn die Kollegin die neue direkte Vorgesetzte ist, können Sie konstruktiv agieren. Wie man diese Situation meistert.

Sie sitzen in einem Büro, sie arbeiten gemeinsam an Projekten, sie reden über Männer und Kinder, über Urlaub und die neueste Mode, ja und eigentlich finden sie sich sympathisch bis zu jenem Zeitpunkt: Frau Müller bemerkt, dass der neue Chef die Kollegin bevorzugt. Das erste „Guten Morgen“ gehört ihr, die Arbeitsverteilung ändert sich zu Ungunsten von Frau Müller, in den Meetings wird die Kollegin außergewöhnlich oft lobend erwähnt, während Frau Müller nur selten ein Lob erntet. Und eines Tages berichtet Frau Müller an eine neue Teamleiterin: die Kollegin.

Darauf angesprochen, wie es plötzlich zu dieser neuen Hierarchieebene gekommen ist, schnauzt die einstmals nette sympathische Bürokollegin: „Das geht dich gar nichts an, wird wohl damit zu tun haben, dass ich schlechtweg besser bin als du.“ Frau Müller weiß nicht was sie mehr kränkt: die Beförderung der anderen oder die Reaktion auf ihre Nachfrage.

Frauen, Karriere und Konkurrenzkampf: Was ist passiert?

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Wenn sie nicht mehr im selben Boot sitzt, wird die Kollegin zur Konkurrentin. Doch welche Mechanismen stecken dahinter? (Bild: © nd3000 | fotolia.com)

Frauen sind (noch) solidarisch, solange sie im gleichen Boot sitzen: ein gemeinsames Projekt, ein Vorgesetzter, den man nur gemeinsam bezwingen kann, oder unangenehme Bürokollegen, gegen die man sich verbünden kann. Männer haben Netzwerke, um aufzusteigen. Frauen halten zusammen, auch um sich Optionen auf die Karriereleiter zu eröffnen.

Das Blatt wendet sich, sobald eine aus der Schicksalsgemeinschaft aussteigt, weil keine Notwendigkeit mehr besteht. Ein Mann, der Vorgesetzte, hat sie auserkoren und sie sowohl auf der informellen als auch formellen Ebene in ihrem Status gehoben. Da die Entscheidungsbefugnis über Beförderung und Stellenbesetzung in den Führungsebenen immer noch mehrheitlich in der Hand von Männern liegt, wird sich eine Frau auf ihrem Karriereweg immer gegen die Kollegin wenden und dem zuwenden, der sich auch in der Machtposition befindet, dem Mann. Dies ist auch der Grund, warum Männerbündnisse sehr starken Einfluss auf Wirtschaft und Politik haben, Frauennetzwerke manches Mal eher einem Kaffeekränzchen gleichen. Frauen in den unteren und mittleren Ebenen hängen, auch weil sie sich nur dort vernetzen, während bei den Herren die obere Riege der Führung zusammenkommt. Die Macht liegt auf der männlichen Seite, Frauen müssen um Macht kämpfen.

Lösungsansätze für Frauen mit Karriereplan

Bitte merken Sie sich: Im Berufskontext bilden nette Kolleginnen nichts anderes als eine Schicksalsgemeinschaft auf Zeit. Winkt eine der Damen die große Karriere, lösen sich auch die unausgesprochenen Regeln von bisher üblichen Kommunikationsmustern auf. Das ist oftmals eine logische Konsequenz auf die Veränderung des Status.

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Machen Sie das Beste draus statt sich zu ärgern: Fragen Sie nach, warum die Kollegin bevorzugt wurde und was Sie verbessern können. (Bild: © Jeanette Dietl | fotolia.com)

Suchen Sie das Problem nicht bei Ihrer Kollegin. Sie hat die Chance ergriffen, die ihr angeboten wurde. Ihr eigentlicher „Feind“ ist Ihr Vorgesetzter, der Ihre Kollegin bevorzugt behandelt hat. Ob zu Recht oder Unrecht, ist in dieser Situation völlig irrelevant. Ihre Kollegin tritt lediglich aus ihrem Schattendasein, das sie bis dahin geführt hat.

Was wirklich ärgert, ist nicht die Beförderung der anderen, sondern die eigene Nicht-Beförderung. Trotz Engagement und Fleiß macht eine andere das Rennen. Fragen Sie sich: Wieso ist das passiert?

Wenden Sie sich an ihren Chef, um ein konstruktives Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten über Ihre eigenen Karriereentwicklung zu führen. Fragen Sie ihn, was Sie besser machen können, holen Sie sich konkretes Feedback ab. Das bringt Sie weiter als weibliche Kriegsspiele. Diese Spiele können Sie sowieso aufgrund Ihres niedrigeren Status nicht gewinnen. Diese Zeitverschwendung kann sogar gefährlich werden, wenn Sie sich unfreiwillig in die Rolle der nörgelnden, unzufriedenen Mitarbeiterin meckern.

Konstruktiv an der Karriere arbeiten

Besser: Versuchen Sie herauszufinden, womit die Kollegin punkten konnte. Haben Sie auch diese Skills? Statt sich zu ärgern, sollten Sie die eigenen Fähigkeiten zu analysieren und Schwachstellen zu identifizieren. Daran können Sie arbeiten. Und: Sollten Sie das Gefühl haben, dass die Beförderung der Anderen Methode hat, ist es vielleicht Zeit, bei einem anderen Arbeitgeber die Karriere voranzutreiben.

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