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Wie die Elternzeit nicht zum Karriere-Killer wird

Wenn Frauen aus der Elternzeit wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren, können sie eine böse Überraschung erleben: Der Job ist neu besetzt oder wurde ganz gestrichen. Denn durch die Abwesenheit entsteht mitunter der Eindruck, dass Sie entbehrlich seien. Diesem Eindruck lässt sich allerdings entgegenwirken. So können Frauen als Mütter beruflich durchstarten.

Zwei Jahre Elternzeit sind vorbei, das Kind ist in der Krippe gut versorgt. Und für Frau Müller steht die Rückkehr in ihre Firma an. Sie freut sich darauf, beruflich wieder durchstarten zu können. Doch gleich am ersten Tag wartet eine böse Überraschung.

Der Vorgesetzter begrüßt seine Mitarbeiterin mit folgenden Worten: „Ich sehe, Frau Müller, Sie stehen unserem Unternehmen nach der zweijährigen Pause wieder zur Verfügung. Wie Sie mit Sicherheit erfahren haben, hat sich in dieser Zeit einiges verändert. Wir müssen aufgrund der schlechten finanziellen Situation unserer Tochterfirma Entscheidungen treffen, die leider auch Sie betreffen. Wir können Ihnen keinen Arbeitsplatz anbieten…“.

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Viele halten sich an alte Rollenbilder: Elternzeit und die Betreuung des Kindes übernimmt in den meisten Fällen die Mutter. (Bild: © b.neeser | fotolia.com)

Ein Schock für Frau Müller, doch sie geht davon aus, dass die Kündigungswelle alle betrifft. Was sie allerdings nicht weiß: Das Auswahlverfahren hat im ersten Schritt die Schwachen getroffen. Mütter, befristete Dienstverhältnisse, die nicht verlängert werden, und die Nicht-Leistungsträger müssen als Erste gehen. Frau Müller war vor ihrer Schwangerschaft eine Durchstarterin. Jetzt, gut zwei Jahre später, wird sie mit den Minderleistern aus der Firma gefiltert.

Was ist passiert?

Der Staat ermuntert Frauen, Kinder zu bekommen. Die fehlenden Rentenzahler und der drohende Fachkräftemangel sind allgegenwärtig – in der Politik, in den Medien und in der Wirtschaft. Die Thematik wird aber ad absurdum geführt, weil sich die Ansprüche von Politik und Gesellschaft, die an Frauen gestellt werden, gegenseitig ausschließen. Wer Kinder bekommt, fehlt der Wirtschaft. Nicht, weil Mütter den Unternehmen nicht weiter zur Verfügung stehen, sondern weil sie durch die Mutterschaft trotz zahlreicher Kinderbetreuungsangebote dem Arbeitgeber nicht in vollem, permanenten, und kontinuierlichen Umfang zur Verfügung stehen können. Kinder werden krank, die Krippen schließen schon am Nachmittag und der Mann fällt (zumindest in den meisten Fällen) wegen eigener Berufsverpflichtungen zur Kinderbetreuung aus.

Der Faktor Mutter wird für Unternehmen unkalkulierbar, eine Störvariable im System. Sicherlich, flexible Unternehmen haben sich schon vor Jahren an die neue Arbeitswelt angepasst. Aber starre Unternehmen mit wenig Innovationssinn schippern noch heute mit einem Familienbild aus den 1950er Jahren durch die Welt. Sie sind nicht gewillt, vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, etwas zu verändern. Sie versucht, das schwächste Glied in der Kette loszuwerden.

Lösungsmöglichkeiten für Probleme wegen Elternzeit:

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    Die Elternzeit muss kein Karrierekiller sein: Kind und Karriere lassen sich mit diesen Ansätzen durchaus vereinen. (Bild: © Syda Productions | fotolia.com)

    Versuchen Sie mit Ihrem Unternehmen – Kollegen und Chefs während der Elternzeit in Kontakt zu bleiben. Nutzen Sie jede Situation, die sich Ihnen bietet. Wenn Sie sich auf Ihr Muttersein zurückziehen, entfernen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber und so werden Sie zum schwachen Glied in der Mitarbeiterkette. Wer nicht dafür sorgt, gesehen zu werden, verliert an Bedeutung und Status.

  • Kalkulieren Sie ein, dass sich während einer langen Abwesenheit im Unternehmen Rahmenbedingungen ändern können: Umstrukturierungen, Vorgesetzte gehen (und damit auch Ihre Mentoren). Das alles hat einen Einfluss darauf, ob Ihr Arbeitsplatz trotz gesetzlicher Rahmenbedingungen auch tatsächlich weiter bestehen bleibt.
  • Sie haben ein Anrecht auf einen Arbeitsplatz, allerdings nicht unbedingt auf die alte Stelle. Der besondere Kündigungsschutz, der während der Elternzeit galt, fällt weg. Sprechen Sie nach der Rückkehr in die Firma mit ihrem Chef. Rund 70 Prozent der berufstätigen Mütter mit Kindern unter 18 Jahren arbeiten in Teilzeit. Das muss nicht unbedingt ein Karriere-Killer sein, wenn dieser Schritt abgesprochen wurde. Auch Führungsverantwortung kann beispielsweise durch Job-Sharing aufgeteilt werden.
  • Nutzen Sie Ihre Auszeit auch für Weiterbildungs- und Qualifzierungsmaßnahmen. Je höher qualifiziert, desto unentbehrlicher werden Sie.

Fazit: Informationen über Veränderungen im Unternehmen und das Wissen um “Worst case”-Szenarien machen es Ihnen leichter alternative Karrierewege für sich zu finden.

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